Zwölf Sekunden Ruhm
Saarbrücker Gymnasiasten als Stuntmen im Trailer für „Die Wilden Kerle 5“ zu sehen
Wenn der fünfte Teil der Filmreihe „Die Wilden Kerle“ am 21. Februar in Deutschlands Kinos startet, fiebern sie besonders mit: Immanuel Bumb und Brigitta Ferner haben bei den Dreharbeiten im Saarland zwei der Hauptdarsteller als Stuntmen gedoubelt.
Von SZ-Redaktionsmitglied Inga Catharina Thomas
Saarbrücken. Ein Mädchen wie ein Schatten: Durchs grüne Halbdunkel katapultiert sie sich in die Luft, schießt den Ball vom Rand des Abhangs tief in den Wald hinein. Ihr Gegenspieler hastet durchs Dickicht, stürmt einen umgestürzten Baum hinauf. Doch der Ball fliegt zu hoch. Der Junge springt rückwärts ab, trifft im Salto den Ball. Freischwebend. Fast surreal.
Zwölf Sekunden dauert die Szene aus dem Kinotrailer, mit dem gegenwärtig das Fußball-Abenteuer „Die Wilden Kerle 5 – Hinter dem Horizont“ beworben wird. Zwölf Sekunden, die Brigitta Ferner und Immanuel Bumb berühmt machen könnten: Die beiden 17- und 18-jährigen Schüler aus Saarbrücken haben zwei der Hauptdarsteller als Stuntmen gedoubelt. Um genau zu sein, Sarah Kim Gries und Jimi Blue Ochsenknecht. Der 15-Jährige ist gegenwärtig einer der beliebtesten Posterboys des Teeniemagazins Bravo – was Immanuel und Brigitta aber wenig interessiert: „Vielleicht, wenn wir fünf Jahre jünger wären.“
Die Realität der Saarbrücker sieht nüchterner aus. Die beiden Gymnasiasten sind Leistungssportler, trainieren fünfmal die Woche drei Stunden lang in der Geräteturnhalle der Landessportschule. Brigitta hat bei der Deutschen Meisterschaft Bronze am Barren geholt, Immanuel war Siebter im Sprungfinale. Talkum kribbelt in der Nase, während die beiden Salti und Sprünge üben, die so einfach wirken wie Vogelflug. Diese Leichtigkeit war es wohl auch, die die Talentscouts überzeugte, als sie kurz vor den Sommerferien zum Casting in die Turnhalle kamen. Zwei Auswahltermine, dann saßen Brigitta und Immanuel auch schon in der Maske am Set des Wilden-Kerle-Drehs im Wald bei Dudweiler.
„Am ersten Tag haben wir fast nur gegessen und gewartet“, erinnert sich Immanuel. Erst am Abend wurde er gerufen, um die Salto-Szene auf dem Baumstumpf zu drehen. Brigitta kam am folgenden Tag an die Reihe. So blieb viel Zeit, beim Filmen zuzusehen. „Das ist Arbeit“, sagt Immanuel. „Für drei Sekunden wurde eine halbe Stunde gedreht.“ Mit den Schauspielern, die die beiden doubelten, hatten sie jedoch wenig Kontakt. „Sarah hat sich mit Immanuel unterhalten, während ich die Stunts machte“, sagt Brigitta. „Aber Jimi hat noch nicht mal Hallo gesagt.“
Dennoch, Brigitta und Immanuel fiebern dem Kinostart von „Die Wilden Kerle 5 – Hinter dem Horizont“ entgegen. Ob sie den Film jedoch in Saarbrücken oder bei der Gala-Premiere in München am 17. Februar sehen werden, ist noch offen. „Der Regisseur hatte gesagt, dass wir eingeladen werden“, sagt Brigitta. „Aber bis jetzt haben wir nichts gehört.“
Hintergrund
Die Filmreihe „Die Wilden Kerle“ (DWK) basiert auf der Kinderbuchserie „Die wilden Fußballkerle“ von Joachim Masannek. Im deutschsprachigen Raum haben sich die 13 Bände über 4,5 Millionen Mal verkauft, während die vier Filme rund 6 Millionen Zuschauer in die Kinos lockten. Teile von „DWK 5 – Hinter dem Horizont“ wurden im Sommer in der Völklinger Hütte und im Wald bei Dudweiler gedreht. ith
