Positiver Trend auf dem Lehrstellenmarkt
SZ-Serie "Ausbildung 2008": Zahl der Ausbildungsplätze weiter auf hohem Niveau
Das saarländische Wirtschaftsministerium, die Bundesagentur für Arbeit und die Kammern sind sich einig: Auch 2008 wird ein gutes Jahr für den Ausbildungsmarkt. Die Wirtschaftslage sorgt weiter für eine hohe Zahl an Lehrstellen.
Von SZ-Redaktionsmitglied Inga Catharina Thomas
Saarbrücken. Der positive Trend am saarländischen Ausbildungsmarkt setzt sich fort. Dank der guten Wirtschaftslage und rückläufiger Schulabgängerzahlen haben Jugendliche große Chancen, eine Lehrstelle zu erhalten. Diese Ansicht teilen das saarländische Wirtschaftsministerium, die Bundesagentur für Arbeit (BA), die Handwerkskammer (HWK) und die Industrie- und Handelskammer (IHK). Bis Ende Mai suchten 5300 Jugendliche eine Lehre, das sind etwa 1000 weniger als im Vorjahr. Das Angebot an Ausbildungsstellen ist geringfügig gesunken: Etwa 4800 Stellen wurden gemeldet, rund 200 weniger als 2007.
„Allerdings muss man wissen, dass auf dem Markt noch viel los ist“, gibt Albert Fuchs von der BA-Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland zu bedenken. Gerade in diesen Wochen würden viele Stellen besetzt, andere neu gemeldet. Manche Stellen sogar zum zweiten Mal, etwa weil ein Bewerber absage. Wirtschaftsminister Joachim Rippel (CDU) wiederum erinnerte bei der Ausbildungskonferenz in St. Ingbert an den im April unterzeichneten Ausbildungspakt, durch den 720 neue Stellen entstehen sollen.
Doch es gibt auch Branchen, in denen Ausbildungsplätze unbesetzt bleiben. „Im Elektro- und Metallbereich hatten wir schon 2007 freie Stellen“, sagt Stefan Emser, Teamleiter Berufsausbildung bei der HWK. Das Anforderungsniveau sei hier hoch, fordere solide Kenntnisse in Mathematik und Physik. „Das ist nur ab einem guten Hauptschulabschluss möglich“, so Emser. Unzureichende Noten seien nur ausgleichbar „mit sehr, sehr viel Fleiß.“
Auch im Bereich Industrie und Handel gibt es Lücken, zum Beispiel in der Hotellerie und der Bauwirtschaft. An der Bezahlung könne es nicht liegen, meint IHK-Geschäftsführer Peter Nagel, Leiter Aus- und Weiterbildung. „Die Bauwirtschaft zahlt traditionell mit die höchsten Vergütungen“, sagt er. Doch hafte der Branche ein altmodisches Image an, wie auch Albert Fuchs bestätigt. Im Vergleich zu Berufen wie Mediengestalter oder Informatikkaufmann würden traditionelle Berufe wie Werkzeugmacher oder Zerspanungsmechaniker unter Wert gehandelt. „Viele wissen gar nicht, wie viel High Tech in diesen klassischen Metallberufen steckt“, so Fuchs. Auch sei ein späterer Wechsel leichter als nach „mancher Schmalspur-Ausbildung“. < wird fortgesetzt
Hintergrund
Unter dem Motto „Der letzte Schultag – und was dann?“ laden die Agenturen für Arbeit Saarbrücken (Hafenstraße 18), Saarlouis (Am Kleinbahnhof 8) und Neunkirchen (Ringstraße 1) am Donnerstag, 26. Juni, zu einer Ausbildungsplatzbörse ein. Von 8.30 bis 16 Uhr können sich Jugendliche, die 2008 die Schule beenden, über Karrierechancen und offene Lehrstellen informieren. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Mitzubringen sind das letzte Zeugnis, Personalausweis und aktuelle Bewerbungsunterlagen (mindestens ein Lebenslauf). ith
