Trotz Absagen nicht den Mut verlieren
SZ-Serie "Ausbildung 2008": Wie man Rückschläge bei der Lehrstellensuche am besten verarbeitet
Wenn eine Absage nach der anderen ins Haus flattert, möchte so mancher Jugendlicher die Ausbildungsplatzsuche aufgeben. Die Bundesagentur für Arbeit (BA) gibt Motivationstipps und sagt, ab wann man den Berufswunsch überdenken sollte.
Von SZ-Redaktionsmitglied Inga Catharina Thomas
Saarbrücken. Die Bewerbungen um einen Ausbildungsplatz sind verschickt, jetzt beginnt für Schulabgänger die bange Zeit des Wartens. Doch nach jeder Briefkastenkontrolle steigt die Ernüchterung: Die Absagen häufen sich. In solch einer Situation positiv zu bleiben, erfordert Kraft und Arbeit.
„Die Jugendlichen müssen kritisch reflektieren, warum sie die Absage bekommen haben“, rät Susanne Dietrich, Teamleiterin Berufsberatung der Bundesagentur für Arbeit (BA) in Saarbrücken. Oft käme es vor, dass sich Jugendliche mit den falschen Voraussetzungen auf einen Beruf bewerben. Um dem vorzubeugen, sollten Stellenanzeigen sorgfältig gelesen und die darin formulierten Anforderungen mit den eigenen Stärken verglichen werden.
„Gibt es nach dem Vorstellungstermin eine Absage, ist es wichtig, bei der Firma nach den Gründen zu fragen“, sagt Dietrich. Insbesondere, wenn der Bewerber einen Einstellungstest absolviert hat. Um sich für künftige Gelegenheiten besser zu rüsten, solle man „versuchen, so viel Feedback wie möglich zu sammeln.“ Auch hilft es, nach dem Gespräch die eigenen Eindrücke zu notieren: Welche Fragen waren leicht, welche schwierig zu beantworten?
Irgendwann, räumt Susanne Dietrich ein, sei aber der Punkt erreicht, an dem es nichts mehr zu verbessern gibt. Dann ist der letzte Rechtschreibfehler in der Bewerbungsmappe getilgt, der Lebenslauf poliert, das Verhalten im Vorstellungsgespräch erprobt. „Dann kann es schon passieren, dass alle formellen Kriterien erfüllt sind, aber die eigene Person einfach nicht den Vorstellungen des Arbeitgebers entspricht – wobei diese von Firma zu Firma sehr unterschiedlich sein können“, sagt Dietrich. Dann heiße es: Weitermachen – oder die grundsätzliche Strategie überdenken.
So könnten Jugendliche über Schnupperpraktika versuchen, in einem Betrieb Fuß zu fassen. Oder sich nicht nur bei Prestige-Unternehmen, sondern auch in kleinen Betrieben bewerben. Eventuell ist der Umzug in ein anderes Bundesland nötig, weil es dort in der angestrebten Branche ein größeres Angebot an Lehrstellen gibt. Eine weitere Möglichkeit sei laut Dietrich, eine Lehrstelle in einem verwandten Beruf anzunehmen und sich während und nach der Ausbildung für den Traumberuf weiter zu qualifizieren. Auch könnte man sich bei Berufsberatern oder im Internet informieren, in welchen Branchen Lehrstellen offen sind – müsste sich aber gegebenenfalls völlig neu ausrichten. Welche Option auch immer, Susanne Dietrich weiß, dass Jugendliche Biss und Rückrad beweisen müssen, um am Ende die begehrte Wunschlehrstelle zu erhalten. > wird fortgesetzt