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Männliche Verkäufer bleiben selten

SZ-Serie "Ausbildung 2008": Bei der Berufswahl geht es häufig noch geschlechtertypisch zu

 

Viele Jugendliche entscheiden sich immer noch für traditionelle Männer- oder Frauenberufe. Bei den Mädchen sind Büro- und Verkäuferinnen-Lehrstellen begehrt, bei den Jungen dreht sich viel rund ums Auto oder die Metallverarbeitung.

 

Von SZ-Redaktionsmitglied Inga Catharina Thomas

 

Neunkirchen/Saarbrücken. Ob Kaufhaus oder Supermarkt, meist sind es Frauen, die bedienen, beraten, kassieren. Anders in der Metzgerei Schröder im Saarpark-Center Neunkirchen. Hier steht zwischen einem Dutzend weiblicher Kolleginnen Tobias Leißmann in roter Schürze hinterm Tresen. „Der Flirtfaktor wird dadurch nicht höher“, scherzte der Auszubildende zum Fleischereifachverkäufer. Der Beruf sei nahe liegend gewesen, da Großcousine, Schwager und Schwester den gleichen Job hätten. Tobias Leißmann ist ein Positiv-Beispiel für die Wahl eines geschlechtsuntypischen Berufs. Aber ein Beispiel von wenigen. Denn im Saarland gab es 2006 laut Statistischem Landesamt zwar 458 Auszubildende zum Fachverkäufer im Lebensmittelhandwerk, darunter jedoch nur 16 Männer.

„Junge Männer greifen selten zu einem frauendominierten Beruf“, sagt Sabine Dillmann, Leiterin Chancengleichheit bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) in Saarbrücken. „Heute werden Mädchen durch keine Regelungen mehr daran gehindert, in von Männern dominierten Berufsbereichen zu arbeiten“, sagt Dillmann. „Aber in vielen Köpfen herrschen noch alte Klischees vom Mann als Ernährer, während die Frau nur ein Zubrot verdient.“

Michael Meter, Teamleiter Ausbildung bei der Industrie- und Handelskammer, warnt vor der körperlichen Belastung in manchen Branchen: „Gerade auf dem Bau muss man schwer schleppen.“ Was Sabine Dillmann nicht gelten lässt, denn in vielen handwerklichen Berufen würden technische Hilfsmittel körperlich anstrengende Arbeiten übernehmen. Zudem müssten „Frauen in Pflegeberufen auch oft schwer heben.“