Auf die Persönlichkeit der Bewerber kommt es an
SZ-Serie "Ausbildung 2008": Tipps fürs Vorstellungsgespräch
Das Vorstellungsgespräch ist für Lehrstellenbewerber eine erste Bewährungsprobe. Expertin Katja Barth rät, sich in dem Gespräch selbst treu zu bleiben.
Von SZ-Redaktionsmitglied Inga Catharina Thomas
St. Ingbert. Die erste Hürde auf dem Weg zum Ausbildungsplatz ist geschafft: Der mögliche Arbeitgeber hat zum persönlichen Kennenlernen eingeladen. Doch auf Freude folgt oft Sorge. Denn für viele Jugendliche ist dies die erste Bewährungsprobe in der Arbeitswelt. Was wird gefragt? Wie soll ich mich verhalten? Ratschläge können Experten geben, wie zum Beispiel Katja Barth, Referentin Lehrbetrieb an der ASW Berufsakademie Saarland in St. Ingbert.
„Es gibt zwei Arten von Auswahlverfahren: das klassische Vorstellungsgespräch und das Assessment-Center“, sagt Barth. Während im ersten Fall allein der persönliche Eindruck zählt, prüft das Assessment-Center, dessen Dauer und Inhalt von Firma zu Firma stark variieren kann, zusätzliche Aspekte wie Leistung, Konzentration und Persönlichkeit in schriftlichen und praktischen Tests. Hierauf können sich Jugendliche mit Spezialbüchern vorbereiten.
„Egal welches Verfahren, Bewerber sollten in beiden Fällen grundsätzliche Dinge beachten“, rät Barth. So sollte man vorab nochmals das Anforderungsprofil der Stellenanzeige lesen und sich über Struktur und Tätigkeitsfelder der Firma informieren – hier können die Firmendatenbanken von Industrie- und Handelskammer oder der Handwerkskammer weiterhelfen. Rechtzeitig sollte zudem die Anreise geklärt sein. „Nie, nie darf man zu spät kommen“, mahnt Barth. „Lieber ist man zu früh und sitzt noch eine halbe Stunde im Auto.“
Der Ablauf des eigentlichen Gesprächs ist meist ähnlich: Auf die Begrüßung folgen Fragen zu den Gründen der Berufswahl und Bewerbung, zur Schulausbildung und dem familiären Hintergrund. Das Gespräch kann sowohl einzeln, als auch in Gruppen geführt werden. Von letzterem braucht man sich nicht verunsichern lassen, sagt Barth. In dieser Konkurrenzsituation wollen die Personalverantwortlichen das Miteinander der Bewerber beobachten. Ist der Kandidat teamfähig, hat er Durchsetzungsvermögen?
Die Expertin rät: „Besser ist es, eine gewisse Zurückhaltung zu zeigen, ohne allerdings zum stummen Fisch zu werden.“ Im Endeffekt sollte der Bewerber sich selbst treu bleiben und nicht verstellen. „Gelingen oder Misslingen eines Vorstellungsgesprächs hängen zu etwa 70 Prozent von der Persönlichkeit ab und damit von der Frage, wie sympathisch und vertrauenswürdig Sie auf Ihr Gegenüber wirken – einfach, ob man sich vorstellen kann, gut mit Ihnen zusammenzuarbeiten.“ < wird fortgesetzt
