pdf: Rennen um Ausbildungsplätze geht zu Ende

Rennen um Ausbildungsplätze geht zu Ende

SZ-Serie "Ausbildung 2008": Arbeitsagentur: Rund 170 Jugendliche sind im Saarland noch unversorgt

 

Ob Mechatroniker, Zahntechniker oder Hotelfachleute – im Saarland gibt es noch rund 150 freie Lehrstellen zu besetzen. Die Agentur für Arbeit gibt Spätbewerbern Unterstützung.

 

Von SZ-Redaktionsmitglied Inga Catharina Thomas

 

Saarbrücken. Die Suche nach einem Ausbildungsplatz für Herbst 2008 geht in den Endspurt. Mitte vergangener Woche waren nur noch 170 Jugendliche ohne Lehrstelle, teilte die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Saarbrücken unser Zeitung mit. Dem standen rund 150 offene Stellen gegenüber.

„Viele Jugendliche und Unternehmen warten bis zur letzten Minute, bis sie den Zuschlag erhalten oder geben“, sagt Otto-Werner Schade, Chef der Regionalagentur. Beide Parteien müssten nun aber Kompromisse machen: die Jugendlichen, was ihren Berufswunsch angeht, genauso wie die Betriebe, was deren Ansprüche an die Bewerber betrifft. Gerade die Unternehmen sollten vorausplanend ausbilden, sagte Schade. Mit Blick auf den doppelten Abi-Jahrgang 2009 rechne er zwar fürs erste mit einem „Schülerberg“. „Aber bis 2015 wird es im Saarland Unternehmen geben, die keine Lehrlinge finden“, warnt Schade.

Bei ihrer Suche nach einer Lehrstelle beweisen die saarländischen Jugendlichen eine bemerkenswerte Mobilität: Jeder dritte Auszubildende pendelt über die Grenzen seines Wohnort-Landkreises hinaus. Das ergab eine Erhebung der Regionaldirektion für das Jahr 2007. „Mobilität ist eine Voraussetzung, um Karriere machen zu können“, unterstreicht Schade. Eine besonders starke Sogkraft geht von der Landeshauptstadt aus: Rund 3600 Jugendliche aus allen Teilen des Saarlandes und sogar aus angrenzenden Regionen von Rheinland-Pfalz pendeln zu einer Ausbildungsstelle in Saarbrücken. Auch der Saarpfalz-Kreis weist eine hohe Pendlerquote auf: Fast die Hälfte der Azubis kommt nicht aus dem Kreis.

Ist ein Umzug notwendig, können Lehrlinge, die nur eine geringe Ausbildungsvergütung erhalten, eine Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) vom Staat erhalten. Auszubildende, die älter als 18 Jahre oder verheiratet sind oder mindestens ein Kind haben, können auch dann die Förderung erhalten, wenn sie in erreichbarer Nähe zum Elternhaus leben. Der Zahlung geht jedoch eine Einkommensprüfung voraus: Mit dem BAB-Rechner im Internet können Interessierte testen, ob sich ein Antrag lohnt.

Hintergrund

In den Betrieben, die bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) organisiert sind, wurden im vergangenen Jahr 4800 Ausbildungsverträge abgeschlossen, acht Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Bis zum Jahresende soll die Marke von 5400 erreicht sein. In manchen Bereichen herrsche bereits Lehrlingsmangel, so die IHK. Das treffe auf die Gastronomie, den Handel und die gewerblich-technischen Berufe zu. Nach Angaben der Agenturen für Arbeit sind noch 150 Ausbildungsplätze im Saarland frei. Um welche Stellen es sich handelt, kann unter Telefon (01801) 555111 erfragt werden. red