Velvet

Münchner Nächte

 

Von Inga C. Thomas

 

Das Velvet ist einer dieser Orte, die sich anfühlen wie ein abge tragener Kaschmirpulli: warm, kuschelig und nicht ganz so elegant wie einst erdacht. Doch gerade das macht die Attraktivität der kleinen Bar zwischen Isartor und Oper aus. Kürzlich war hier noch das Jennifer Parks beheimatet, doch viele Spuren sind nicht geblieben. Das grelle Pink und der schwarze Flokati an den Wänden sind einer braun-orangenen Samttapete, Holztischen und lederbezogenen Barhockern gewichen. Nur der Tresen blieb erhalten – dahinter ein Gesicht, das manchem aus dem Riva oder Paradiso vertraut ist: Stefan Leitner.

„Einem Freund gehört die Immobilie“, sagt der 35-Jährige. „Als er mir anbot, hier meine eigene Bar aufzumachen, hab ich gleich Ja gesagt. Er stellte mir nur eine Bedingung: Mach was rein, wo ich auch hingehen mag.“ Eine Aufgabe, die Leitner erfüllt hat: Während aus den Boxen Songs zwischen Sixties und Eighties rieseln, nippen Pärchen und Opernbesucher an klassischen Cocktails. Wer genug hat vom immergleichen Aperol Sprizz, dem empfiehlt Leitner einen Hugo: „Das ist Holundersirup mit Weißweinschorle und Minzblättern – das Trendgetränk des Sommers.“

Velvet, Marienstr. 18, Mi und Do 19 bis 2 Uhr, Fr und Sa bis 4 Uhr